Haarwachstum

Haarwachstum und Haartransplantation 5/5 (2)

HaarwachstumHaare zählen zu den sichtbaren und schmückenden Attributen, die das Äußere jedes Menschen entscheidend bestimmen. Kein Wunder also, wenn fehlendes Haarwachstum oder sogar der gefürchtete Haarausfall vielen Menschen Anlass bieten, über eine Haartransplantation nachzudenken.

Haarwachstum und Haarausfall: oft genetisch bedingt

Die Struktur des Haares eines Menschen, seine Dicke und Struktur, aber auch seine Anfälligkeiten für bestimmte Erkrankungen des Haares oder der Wurzeln, so beispielsweise für den gefürchteten kreisrunden Haarausfall, sind genetisch bedingt, wie auch das Haarwachstum eines Menschen. Früher blieb in diesen Fällen, beim Haarausfall oder bei unzureichendem Haarwachstum, oft nur die Möglichkeit, eine Perücke aus kunstvoll gefertigtem Echthaar oder aus Kunsthaar, zu tragen. Solche Perücken sind jedoch teuer und kaschieren oft nur unzureichend den entsprechenden Mangel an Kopfhaar. Außerdem sind sie durch die Witterung ständig gefährdet und schränken die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und sportlichen Betätigung der Betroffenen leider oft erheblich ein. Heute haben die Transplantationsmedizin und insbesondere auch die Mikrochirurgie jedoch bereits erhebliche Fortschritte gemacht, so dass auch bei Haarausfall inzwischen dauerhafte Lösungen im Wege der Transplantation möglich sind, die den Patienten zu einem neuen Selbstwertgefühl und zu einer neuen Lebensqualität verhelfen, indem das transplantierte Haar nicht nur als Prothese fungiert, sondern selbständig mit dem Körper verwächst und ein echtes Haarpolster bildet, das demjenigen eines normalen Haares vollkommen entspricht.

Die Entwicklung und Möglichkeiten der modernen Haartransplantation

Bereits seit dem 18. Jahrhundert experimentierten die Ärzte mit der Möglichkeit, behaarte Hautteile und Hautlappen beim Menschen zu verpflanzen, mit unterschiedlichem Erfolg. In den 1940er Jahren wurde in Japan dazu die sogenannte Punchtechnik entwickelt. Diese verhalf insbesondere Brandopfern, aber auch Patienten mit kreisrundem Haarausfall dazu, sich wieder über lebensechte Kopfhaare, Augenrauen und Bärte freuen zu können. Seit den 1960er und 1980er Jahren wurde die Methodik jedoch weitgehend verfeinert und perfektioniert. Unter Zuhilfenahme der modernen Mikrochirurgie, können heute selbst einzelne Haarfollikel erfolgreich entnommen und transplantiert werden.

Haartransplantationen heute

Die in Deutschland gebräuchlichste Methode der Haartransplantation ist die Streifenentnahme. Hierbei werden behaarte Hautstreifen am Körper entnommen und dann in kleinere Haarinseln, Microcrafts oder Minicrafts, zergliedert. Unter örtlicher Betäubung und im sitzenden Zustand des Patienten, werden diese Haarinseln dann in vorher vorbereitete Körperareale implantiert. Eine solche mikrochirurgische Sitzung kann zwischen 3 und 9 Stunden dauern, je nach Art und Umfang der Haartransplantation. Diese Eigenhaarwurzelverpflanzung wird zur Rekonstruktion der Kopf-, Bart- und Augenbrauenbehaarung durchgeführt. Die Kosten hängen jeweils von der Anzahl der benötigten und bearbeiteten Haarstransplantate (Haarinseln) ab. Die Entnahmestelle muss nicht vernäht werden, sie verheilt selbst.